Wenn’s mal wieder etwas länger dauert …

Feierabend! Der Tag war lang und turbulent. Jetzt will ich nur noch auf die Couch, ein bisschen schmökern oder mit Sonny kuscheln und dann ins Bett.

„Du könntest mal wieder was schreiben“, höre ich jemanden in der hintersten Ecke meiner Gedanken flüstern. Es klingt schwer nach meinem inneren Antreiber.

„Ich habe heute morgen schon geschrieben“, kontere ich. „Wenn es so weiterläuft, wird mein aktuelles Kapitel allen Turbulenzen zum Trotz diese Woche noch fertig.“

„Das meine ich nicht“, mault der Antreiber. „Du solltest mal wieder was für Instagram schreiben oder für den Blog auf deiner neuen Homepage.“

„Och nee“, maule ich zurück. „Ich bin Autorin, keine Marktschreierin.“

„Mach, was du willst. Aber du weißt ja: Nur wer sich zeigt, wird gesehen und kann seine Projekte in die Welt bringen.“

„Wenn du schon so schlau bist, kannst du mir sicher auch sagen, was ich schreiben soll.“

„Schreib über deine Lesung letzte Woche. Die war ein voller Erfolg.“

„Aber sie ist vorbei. Wer interessiert sich denn schon für den Schnee von gestern.“

„Dann schreib über dein Growdfunding. Damit musst du endlich mal vorankommen.“

„Ich verteile doch schon überall meine Broschüren. Ich muss doch nicht auch noch darüber schreiben. Ich will den Leuten schließlich nicht auf den Keks gehen. Wenn es sie interessiert, wissen sie auch, wo sie mich finden.“

„Mach, was du willst. Aber du weißt …“

„Ja, weiß ich.“

Stille.

Ich ahne, dass der Herr Antreiber Recht hat. Aber ich weiß wirklich nicht, was ich schreiben soll. Wieso sollte jemand die teuren Übernachtungen am Rand meiner 270-Kilometer-Wanderung sponsern? Die Leute wissen doch gar nicht, wie wichtig so eine Recherche ist. Sie werden denken, ich will auf ihre Kosten Urlaub machen …

Bevor die Gedankenpferde mit mir durchgehen fällt mir plötzlich wieder ein, was ich in Utas letzter Live Session gelernt hatte: Das richtige Mantra bringt meine Energie sofort auf ein anderes Level. Ich musste also nur das richtige Mantra finden. So vielleicht …?

„Mein Crowdfunding-Projekt wird ein voller Erfolg! Ich finde jede Menge Leute, die sich für meine neue Geschichte interessieren und gerne dabei helfen, sie wahr zu machen.“

BUMM!!! Es fährt mir wie ein Schlag in den Magen. Volltreffer! Damit habe ich eine uralte Programmierung getriggert, wonach das Geschichtenschreiben keine geldwerte Arbeit, sondern ein höchst zweifelhaftes Vergnügen ist.

Meine Güte! Wie oft habe ich nicht schon an diesem Bremsklotz herumgekratzt, und jetzt fällt er mir trotzdem wieder auf die Füße …

Aber auch für diesen Fall gibt es einen passenden Tipp von Uta: Wenn du merkst, dass es eng wird, dann ändere dein Mantra, damit dein Unbewusstes von seiner Palme herunterklettern kann, und schau, was passiert.

Also gut, ein neuer Versuch …!

„Wäre es nicht cool, wenn mein Crowdfunding ein voller Erfolg wird? Es würde mir einen Heidenspaß machen, wenn ich genug Leute finde, die sich für meine neue Geschichte interessieren und gerne dabei mithelfen, sie wahr zu machen.“

Das fühlt sich ganz anders an. Leichter. Vergnüglicher. Ein Lächeln zupft an meinen Mundwinkeln. Und dann habe ich plötzlich doch Lust auf einen neuen Instagram-Artikel.

Auch wenn’s mal wieder etwas länger gedauert hat …  😉

Skip to content